H.Upmann Geschichte – ein unschuldiges Opfer der Weltpolitik

H.Upmann Geschichte beginnt mit einer Erfolgsspur, die ihresgleichen sucht. Die Familie Upmann hat alles richtig gemacht – mit Weitsicht, Disziplin und Leidenschaft. Doch manchmal schlägt das Schicksal unerbittlich zu, und selbst die erfolgreichsten Unternehmen geraten unter die Räder der Weltpolitik. Die H.Upmann Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür, wie eng wirtschaftlicher Erfolg und globale Umstände miteinander verflochten sind.

Dieser Artikel erschien erstmals am 21.10.2025 und wurde am 05.03.2026 aktualisiert – wir haben ihn noch einmal geöffnet, ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht.

Wie alles begann

Im Jahr 1839 wanderte Hermann Upmann nach Kuba aus. Er stammte ursprünglich aus Bielefeld. Lange hieß es, die Familie komme aus Bremen. Dorthin zog Hermann Upmann jedoch erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland.

Bis heute ist unklar, was das geheimnisvolle „H“ vor dem Namen bedeutet. Manche Quellen vermuten, es stehe für Hermanos (spanisch für Brüder). Sehr viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass das H die Abkürzung des Vornamens Hermann, des Gründers der Marke, ist.

Hermann Dietrich Upmann wurde 1816 geboren, war der Sohn eines Uhrmachers und Kaufmanns. Im Alter von 23 Jahren wanderte er nach Kuba aus. Noch in Bielefeld hatte er eine Kaufmannslehre gemacht. «Ohne Mittel» gründete er ein Zigarrengeschäft in Havanna auf der Calle San Miguel No.85.

Der Gründer der Marke H.Upmann: Der aus Bielefeld stammende Hermann Dietrich Upmann (1816-1894).h. upmann cigar brand founded 1844
Der Gründer der Marke H.Upmann: Der aus Bielefeld stammende Hermann Dietrich Upmann (1816-1894). / Quelle: Wikipedia

Der Beginn einer Zigarren-Dynastie

Offiziell im Oktober 1844 ließ Hermann Upmann seine Zigarrenmarke registrieren. Bis dahin war er schon sehr erfolgreich als Zigarrenhersteller und hatte sich enorm viel Wissen Zigarren und vor allem Tabak betreffend angeeignet.

Seinen Bruder August hatte er schon bald zu sich nach Havanna geholt. 1848 heiratete Hermann die Bremerin Wilhelmine Amalie Gravenhorst. Auch sie kam zu ihm nach Havanna, starb jedoch schon knapp ein Jahr später an Gelbfieber, wie viele andere, die in die Karibik gekommen waren. Sicher ein schwerer Schlag. Schon 1852 kehrte Hermann Upmann endgültig nach Deutschland zurück. In Bremen stieg er als Teilhaber in das Handelshaus Gudewill ein, wurde später alleiniger Besitzer. Er starb hochvermögend 1894.

Die allererste, noch sehr kleine Fabrik der Marke H.Upmann befand sich ab 1844 auf der Calle San Miguel No.85 in Havannas Stadtteil Centro Habana. Bald kamen weitere Manufakturen dazu. h. upmann cigar brand founded 1844
Die allererste, noch sehr kleine Fabrik der Marke H.Upmann befand sich ab 1844 auf der Calle San Miguel No.85 in Havannas Stadtteil Centro Habana. Bald kamen weitere Manufakturen dazu.

Entgegen früherer Erzählungen betrieben die Brüder Hermann und August Upmann selbst keine Bank in Havanna. Dies taten erst ihre Nachfahren, die Söhne des Bruders Wilhelm. Sie übernahmen ab den 1860er Jahren das Zigarrengeschäft und gründeten ebenfalls in den 60er Jahren eine Bank namens «Upmann & Co.» in Havanna, mit der sie sehr erfolgreich waren.

Viele Familienmitglieder brachten sich ein, H.Upmann-Zigarren waren wegen ihrer Qualität und der Güte des verwendeten Tabaks bekannt und begehrt. Eine Konstante in der H.Upmann Geschichte.

Das Firmenschild der Marke H.Upmann. Von 2003 bis 2011 hing es am Gebäude auf der Calle 23, dann wanderte es mit der Marke weiter. h. upmann cigar brand founded 1844
Das Firmenschild der Marke H.Upmann. Von 2003 bis 2011 hing es am Gebäude auf der Calle 23, dann wanderte es mit der Marke weiter.

Aufstieg und tiefer Fall

1891 entstand eine neue, große Fabrik für über 200 Arbeiter – liebevoll „La Madama“ genannt. Alles lief perfekt, bis das Schicksal erneut eingriff: 1922 musste die Upmann-Bank, die seinerzeit als bedeutendste Bankfirma auf Kuba galt, Insolvenz anmelden. Auch die Fabrik und die Zigarrenproduktion wurden von diesem Strudel mitgerissen.

Die meisten Quellen berichten, dass die Ursache dieser Insolvenz darin bestand, dass während des Ersten Weltkrieges, 1917, deutsche Firmen auf Kuba auf einer Schwarzen Liste der USA landeten. So auch die Upmann-Bank in Havanna. Das war jedoch nicht der wahre Grund für den Untergang.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es in Kuba, betrieben durch nordamerikanische Gesellschaften, zu einem erheblichen Anstieg der Zuckerproduktion. Zucker verzeichnete gleichzeitig einen starken Preisanstieg, der kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ein wildes Spekulationsfieber auslöste. Die «Zuckerblase» platzte 1920, fast alle kubanischen Banken wurden zahlungsunfähig und wurden geschlossen.

Auch die Upmann-Bank hatte in Zucker investiert. Das Vermögen der Bank wurde auf 12 Mio. Dollar geschätzt, die Zahlungsverpflichtungen beliefen sich auf 9 Mio. Nun wollten die damaligen Besitzer Hermann und Albert Upmann die fälligen Verbindlichkeiten aus ihrem Privatvermögen (Sicherheiten bei der Deutschen Bank in London) bedienen. Dies war jedoch nicht möglich, da die britische Regierung alle Werte im Besitz deutscher Staatsbürger konfisziert hatte. Die Bank musste geschlossen werden, die Löschung aus dem Handelsregister erfolgte im Juni 1922. Ein tragischer Abschnitt in der H.Upmann Geschichte.

In der H.Upmann-Fabrik „La Madama“ fertigte man die Zigarren der Marke H.Upmann seit etwa 1890 auf der Avenida Carlos III. h. upmann cigar brand founded 1844
In der H.Upmann-Fabrik „La Madama“ fertigte man die Zigarren der Marke H.Upmann seit etwa 1890 auf der Avenida Carlos III. Foto: William Gill: “Havana Cigars”, Havana, Cuba 1910

Rettung durch Frankau und Neubeginn

Der britische Zigarrenimporteur J. Frankau & Co. erwarb die Markenrechte und wollte die Tradition fortführen. Die erfahrenen Solaún Brothers produzierten die Zigarren in Lizenz – doch ohne den ursprünglichen Erfolg. 1936/37 wurde der Vertrag beendet, und die Lizenz ging an Menéndez Garcia & Co. über.

Das war ein Wendepunkt. Alonso Menéndez und José Garcia – die Männer hinter Montecristo – übernahmen und machten H.Upmann wieder groß. Der Vertrieb lief perfekt: Montecristo über „John Hunter Morris & Elkan Company“, H.Upmann weiterhin über „J. Frankau & Co.“. Beide Marken beflügelten sich gegenseitig – eine Symbiose aus Qualität und Vertrauen, die der H.Upmann Geschichte neuen Glanz verlieh.

Auf der Calle Virtudes fertigte man die Zigarren der Marke H.Upmann ab 1937 bis 1944. Auch die Marken Montecristo, Particulares und El Patio wurden in dieser Zeit hier gefertigt. Später war es ein Tabaklagerhaus. H.Upmann Geschichte. h. upmann cigar brand founded 1844
Auf der Calle Virtudes fertigte man die Zigarren der Marke H.Upmann ab 1937 bis 1944. Auch die Marken Montecristo, Particulares und El Patio wurden in dieser Zeit hier gefertigt. Später war es ein Tabaklagerhaus.

Die goldenen Jahre

Zwischen 1937 und 1944 etablierten Menéndez & Garcia ihre Produktion in der Calle Virtudes No. 609. Laut Handelsregistereintrag von 1940 wurden dort neben H.Upmann auch Montecristo, Particulares und El Patio gefertigt – Marken, die die kubanische Zigarrenkultur prägten.

Doch schon 1944/45 erfolgte der Umzug in die Calle Amistad No. 407–409, weil der Platz nicht mehr ausreichte. Diese Manufaktur blieb bis 2003 die Heimat der H.Upmann-Zigarren – eine beeindruckend lange Epoche in der H.Upmann Geschichte, die bis heute nachhallt.

Die H.Upmann-Manufaktur auf der Calle Amistad 407, hier noch in Betrieb. Von 1944 bis 2003 wurden hier die Zigarren gefertigt. H.Upmann Geschichte. h. upmann cigar brand founded 1844
Die H.Upmann-Manufaktur auf der Calle Amistad 407, hier noch in Betrieb. Von 1944 bis 2003 wurden hier die Zigarren gefertigt.

Revolution und Neuanfang

In den späten 1950er-Jahren war H.Upmann Kubas größter Zigarrenexporteur. Selbst während der Revolution produzierte die Fabrik ununterbrochen weiter – ein Symbol für Stabilität in unruhigen Zeiten und ein Beweis dafür, dass die H.Upmann Geschichte eng mit der Geschichte Kubas verwoben ist.

1961, nach dem Sieg der Revolution, verließ die Familie Menéndez die Insel. Die Fabrik wurde verstaatlicht, doch die Marke überdauerte – und blieb ein bedeutender Bestandteil der kubanischen Zigarrenwelt. Dieser Neuanfang markierte ein weiteres Kapitel der H.Upmann Geschichte, das von Anpassung und Überleben erzählt.

Das Treppenhaus der ehemaligen Manufaktur. Der Patio ist überdacht, Fenster gehen auf den Innenhof. h. upmann cigar brand founded 1844
Das Treppenhaus der ehemaligen Manufaktur. Der Patio ist überdacht, Fenster gehen auf den Innenhof.

Neue Heimat im Vedado und darüber hinaus

2003 zog die Produktion in ein Gebäude auf der Calle 23 im Stadtteil Vedado – ursprünglich die alte Particulares-Manufaktur aus dem Jahr 1927. Über 600 Arbeiter fertigten dort H.Upmann-Zigarren mit höchster Präzision und Leidenschaft.

Doch 2011 wurde das Gebäude wegen Dachschäden geschlossen. Seitdem steht es leer. Die Produktion zog weiter – in die Calle Belascoain No. 852, das frühere Zuhause der Romeo y Julieta-Manufaktur. Auch dieser Umzug wurde Teil der langen und wechselhaften H.Upmann Geschichte, die stets von Kontinuität und Qualität geprägt war.

Im Jahr 2003 zog die Marke H.Upmann auf die Calle 23 (in Havannas Stadtteil Vedado haben die Straßen Nummern, keine Namen). Auch vor dieser Zeit war dies eine Zigarrenfabrik, die allerersten Montecristo kamen von hier. h. upmann cigar brand founded 1844
Im Jahr 2003 zog die Marke H.Upmann auf die Calle 23 (in Havannas Stadtteil Vedado haben die Straßen Nummern, keine Namen). Auch vor dieser Zeit war dies eine Zigarrenfabrik, die allerersten Montecristo kamen von hier.

Qualität ohne Kompromisse

Trotz aller Herausforderungen hat H.Upmann nie an Popularität verloren. Die Marke gilt bis heute als Symbol für Beständigkeit und Qualität. Jede H.Upmann-Zigarre trägt die H.Upmann Geschichte in sich – von den ersten Fabriken in Havanna bis zu den modernen Produktionsstätten der Gegenwart.

Die Marke überstand Wirtschaftskrisen, Kriege und Revolutionen – und bleibt dennoch das, was sie immer war: eine faszinierende, unschuldige Erfolgssaga der Zigarrengeschichte. Kein anderes Beispiel zeigt so deutlich, wie eine Marke über Generationen hinweg Bestand haben kann wie die H.Upmann Geschichte.

Dieses Schild an der Fassade des Gebäudes präsentiert den offiziellen Namen der Manufaktur. H.Upmann Geschichte. h. upmann cigar brand founded 1844
Dieses Schild an der Fassade des Gebäudes präsentiert den offiziellen Namen der Manufaktur.

Hier finden Sie die H.Upmann Manufaktur

Falls die Live-Mappe nicht funktioniert, klicken Sie bitte hier zur H.Upmann Manufaktur.

Bildnachweis

  • Claudia Puszkar
  • Hermann Dietrich Upmann, Wikipedia
  • H.Upmann-Fabrik „La Madama“: William Gill: “Havana Cigars”, Havana, Cuba 1910

Kuratiert für Sie

Externe Webseite: H.Upmann bei Wikipedia.de und Stadterkundungen Bielefeld (PDF)

Bei Origin Of Cigar: Die faszinierende Cohiba Geschichte – Legende und Mythos der berühmtesten Zigarre Kubas

Historische Habanos-Manufakturen Dokumentarfilm

In diesem Film werden ihre Geschichten – und ihre wahren Gesichter – kompromisslos enthüllt. Das ist weit mehr als nur ein Dokumentarfilm – er ist eine Reise in die Seele Kubas. 

Was liegt in Ihren Schubladen?

Manche Kapitel der Zigarrengeschichte liegen noch immer in Schubladen, Archiven oder privaten Sammlungen verborgen. Besitzen Sie Unterlagen, Dokumente oder Hinweise zu kubanischen Zigarrenmarken? Oder kennen Sie Quellen, die bei der historischen Forschung helfen könnten? Dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail. Claudia Puszkar wird sich persönlich bei Ihnen melden und alles Weitere mit Ihnen besprechen. Gemeinsam können wir verschüttete Geschichten wieder ans Licht bringen. 👉 admin@origin-of-cigar.com

Neu bei kubanischen Zigarren? Oder tief drin?

FAQ – Die häufigen Fragen lesen

Das Glossar kubanische Zigarren öffnen

Wer steckt hinter Origin Of Cigar?

Wer wir sind und wie Sie uns erreichen → Klicken Sie bitte hier

Fotos H.Upmann Galerie

Falls Sie die Foto Galerie nicht sehen, klicken Sie bitte hier zur H.Upmann Foto Galerie

Wichtige Quelle für die Überarbeitung vom 05.03.26

Margrit Schulte Beerbühl, Barbara Frey / Die H.Upmann Zigarre – Der Bielefelder Hermann Dietrich Upmann und die Schaffung einer Weltmarke, aus: Johannes Altenberend/Reinhard Vogelsang (Hg.): Forschen – Verstehen – Vermitteln. Festschrift zum 100. Jahresberichts des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld 2015

Quellenangaben

  • Min Ron Nee:
    • “AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS” / Hong Kong 2003, ISBN: 978-3980930826

  • Orlando Quiroga: “El Habano al rojo vivo”, Havanna 2002

  • Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba:
    • „Die Welt der Habanos“ / Havanna 2013, ISBN: 978-959-7212-08-9

  • Adriano Martínez Rius:
    • “Habano the King” / Barcelona 1998, ISBN: 84-930387-1-7

  • Adriano Martinez Rius:
    • “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1

  • Orlando Quiroga:
    • “El Habano al rojo vivo” / Havanna 2002

  • Enzo A. Infante:
    • “Havana Cigars 1817-1960” / Neptune City 1997

  • Eumelio Espino:
    • “El Habano – De la semilla al puro en 539 pasos” / Madrid 2019, ISBN: 978-84-09-07091-6

  • Alexander Groom:
    • “El Habano Moderno” / Helios House Press 2022, ISBN: 978-911683-05-6

Sie befinden sich hier:


h. upmann cigar brand founded 1844

Leser bewerten Origin Of Cigar
5,0
5,0 von 5 Sternen (basierend auf 20 Bewertungen)
Ausgezeichnet
Sehr gut
Durchschnittlich
Schlecht
Formular
Alle Bewertungen ansehen oder selbst bewerten

Verwandte Artikel