Cuaba Geschichte einzigartig: Zigarren mit zwei Spitzen
Die Cuaba Geschichte besticht durch eine Besonderheit, die sofort ins Auge fällt: die Zigarren haben zwei Spitzen. Die Marke Cuaba ist wegen ihrer Doppelfigurados bekannt und einzigartig. Während andere Marken einzelne Figurados führen, steht Cuaba konsequent für diesen Typ Zigarre. Offiziell wurde die Marke 1996 eingeführt.
Inhaltsverzeichnis

Zum 20-jährigen Jubiläum der Marke Cuaba gab es eine besondere Zigarre, dem Format nach eine Joffres Grande mit 56er Ringmaß und 170mm Länge.
Formenlehre: Parejos, Figurados und Torpedos
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Zigarrenformen: Parejos und Figurados. Parejos sind an beiden Enden gleich breit, haben also über die gesamte Zigarrenlänge denselben Durchmesser– sie machen den Großteil aller Zigarren aus. Figurados hingegen laufen an einem Ende oder an beiden Enden (Doppelfigurado) spitz zu.
Für diese Formen existieren mehrere Begriffe: Eine Doppelfigurado wurde früher oft als Perfecto bezeichnet, eine Figurado als Piramide.
Der Begriff Torpedo wurde historisch für beide Varianten verwendet. Nach der Revolution ab 1960 wurde „Torpedo“ jedoch meist für Piramiden genutzt – eine ungenaue Verwendung.
Denn ursprünglich bezeichnet der Begriff Torpedo eine Unterwasserwaffe, deren Körper an beiden Seiten spitz zuläuft.

Links eine Parejo, eine Zigarre, die über die gesamte Länge denselben Durchmesser hat. Rechts eine Figurado, eine an einer Seite spitz zulaufende Zigarre.
Der Ursprung des Namens Cuaba
Das Wort Cuaba stammt aus der Sprache der Taíno-Indianer und existierte schon lange bevor Kolumbus die Insel entdeckte. Laut den Berichten des spanischen Jesuiten Bartolomé Cobo verwendeten die Taino das Wort während einer Rauchzeremonie. Sie murmelten «cuaba, cuaba» unaufhörlich vor sich hin.
Bei dieser Zeremonie wurden die Zweige des Amyris Balsamifera, auch als Westindisches Sandelholz bekannt, verbrannt. Es handelt sich um ein sehr aromatisches und extrem gut brennbares Holz. Dieser Baum gehört zur Familie der Zitrusgewächse und ist nicht, wie man meinen könnte, ein Sandelholz.
Mit diesen Zweigen zündeten die Taino dann ihre zusammengerollten Tabakblätter – die Cohiba – an. Ob Cuaba aber die Bezeichnung für diese «Holzfackel» oder eine Bezeichnung für die Zeremonie oder eine Beschwörungsformel beispielsweise ist, ist nicht eindeutig zu beantworten.

Hier wird der Ursprung des Wortes Cuaba erklärt: „Cuaba, Cuaba! The native inhabitants constantly repeated whenever the sacred ritual of the cohoba – a smoke aimed to drive away the devil – started.”
Eine fast vergessene Form
Die Doppelfigurado war Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr beliebt, insbesondere in den sogenannten Goldenen Zwanzigern. Danach wurde diese Form immer seltener. Seit den 1970er-Jahren wurden kaum noch Zigarren dieser Art produziert. Gründe dafür liegen unter anderem in der anspruchsvollen Herstellung. Die Fertigung von Doppelfigurados gilt als Gipfel der Zigarrenkunst und wird nur von wenigen Torcedores perfekt beherrscht.

Bei einer Doppelfigurado sind die beiden Enden der Zigarre spitz zulaufend.
Die Wiedergeburt: Einführung 1996
Eine Wende für die Doppelfigurados gab es 1996. Die Cuaba Geschichte hat ihren Startpunkt am 19. November 1996. Die Marke wurde im Londoner Claridge’s Hotel durch den damaligen Präsidenten von Habanos S.A., Francisco Linares, vorgestellt. Zur Präsentation reiste Mastertorcedor Carlos Izquierda Gonzalez an, Kopf eines 14-köpfigen Teams, um die Herstellung dieser Zigarren live zu demonstrieren.
Cuaba war die erste neu eingeführte Marke nach Cohiba (1982). Zunächst ausschließlich in Großbritannien erhältlich, wurde sie später weltweit exportiert.

1996 eingeführt, war die Casa Matriz der Marke Cuaba auf der Calle Belascoain No.852 in Havannas Stadtteil Centro Habana.
Produktion und Manufakturen
Ab 1996 wurden Cuaba-Zigarren in der Manufaktur Romeo y Julieta gefertigt. Heute ist die La Corona-Manufaktur auf der Avenida 20 de Mayo die Casa Matriz der Marke Cuaba.

Heute (Stand 2026) ist die Casa Matriz, das Stammhaus, der Marke Cuaba die La Corona-Manufaktur in Havanna auf der Avenida 20 de Mayo.
Funfact für Sammler
In den ersten sechs Monaten nach der Einführung wurden die Zigarren ohne Mulde (Pressform) hergestellt. Diese musste zunächst entwickelt und hergestellt werden. Das Ergebnis: Die Zigarren in einer Kiste waren nicht exakt gleich groß. Diese frühen Kisten besitzen unter Sammlern einen besonderen Wert. Die Unterschiede lagen bei ein bis zwei Millimetern – ein Detail, das im historischen Kontext typisch ist. Denn im Gegensatz zu heute gab es zu Beginn der Zigarrenherstellung keine so festgelegten und exakten Formate wie heute.

Wie unterschiedlich lang früher die Zigarren in einer Kiste waren, kann man sehr gut an dieser Partagás-Kiste erkennen, die in Originalbefüllung aus dem Jahr 1902 stammt. (Quelle: Amir Saarony und Mitwirkende: “Partagás – Das Buch”, ISBN: 978 0 9879290 1 3)
Formate und Entwicklungen
Die ersten Formate der Marke Cuaba hatten kleinere Ringmaße von 42 und 43. Später kamen größere Ringmaße hinzu. Cuaba wird häufig für Sondereditionen genutzt, bei denen neue Formate eingeführt werden. Besonders beliebt sind Humidore in Buchform für die «La Casa del Habano».
Einzige Ausnahme der Marken-DNA: 2008 erschien mit der Cuaba Pirámides eine Edición Limitada als Figuarado, eine Zigarre also mit nur einer Spitze.
Fazit
Unsere Cuaba Geschichte zeigt eine Marke, die sich kompromisslos einer Form verschrieben hat. Doppelfigurados sind nicht nur selten, sondern auch handwerklich anspruchsvoll. Genau diese Kombination macht Cuaba einzigartig innerhalb der Habanos-Welt.

Die Marke Cuaba steht für Doppelfigurados. Alle Zigarren des Portfolios sind Doppelfigurados. Einzige Ausnahme: eine Edicion Limitada von 2008.
Quellen
- Min Ron Nee: AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS
- Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba: Die Welt der Habanos
- Alexander Groom: El Habano Moderno
- Amir Saarony und Mitwirkende: “Partagás – Das Buch”, ISBN: 978 0 9879290 1 3
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Bildnachweis
- Claudia Puszkar
- Habanos S.A.
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Quellenangaben
- Min Ron Nee:
- “AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS” / Hong Kong 2003, ISBN: 978-3980930826
- Orlando Quiroga: “El Habano al rojo vivo”, Havanna 2002
- Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba:
- „Die Welt der Habanos“ / Havanna 2013, ISBN: 978-959-7212-08-9
- Adriano Martínez Rius:
- “Habano the King” / Barcelona 1998, ISBN: 84-930387-1-7
- Adriano Martinez Rius:
- “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1
- Orlando Quiroga:
- “El Habano al rojo vivo” / Havanna 2002
- Enzo A. Infante:
- “Havana Cigars 1817-1960” / Neptune City 1997
- Eumelio Espino:
- “El Habano – De la semilla al puro en 539 pasos” / Madrid 2019, ISBN: 978-84-09-07091-6
- Alexander Groom:
- “El Habano Moderno” / Helios House Press 2022, ISBN: 978-911683-05-6
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