Le Hoyo de Monterrey Geschichte – Die Herkunft entscheidet

Le Hoyo de Monterrey Geschichte: Diese Marke stellte von Beginn an die Herkunft des Tabaks in den Mittelpunkt. Der Name ist keine Fantasie, sondern verweist auf eine auch heute noch existierende Tabakplantage an den fruchtbaren Ufern eines Flusses bei San Juan y Martínez in der Vuelta Abajo (Provinz Pinar del Río). Der Gründer José Gener y Batet war damit einer der Ersten – vielleicht der Einzige –, der den Namen einer Plantage als Markenname benutzte.

Hoyo de Monterrey ist nicht nur der Name einer Zigarrenmarke, sondern ursprünglich und auch heute noch der Name einer Tabakplantage in San Juan y Martinez in Pinar del Rio. José Gener kaufte diese Plantage und benannte seine Zigarren nach ihr. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Hoyo de Monterrey ist nicht nur der Name einer Zigarrenmarke, sondern ursprünglich und auch heute noch der Name einer Tabakplantage in San Juan y Martinez in Pinar del Rio. José Gener kaufte diese Plantage und benannte seine Zigarren nach ihr.

Die Anfänge der Le Hoyo de Monterrey Geschichte

Die Le Hoyo de Monterrey Geschichte beginnt mit einem Einwanderer aus Katalonien: José Gener, geboren 1818, kam 1831 als 13-Jähriger mit seiner Familie nach Kuba. Über seine Schulbildung heißt es, er habe kaum lesen oder schreiben können und dies auch später nicht ausreichend beherrscht. Sein Onkel Miguel Jané galt als geachtet, die Familie insgesamt als arbeitsam und rechtschaffen.

Doch in jeder Familie ist ein „schwarzes Schaf“ zu finden. Gener kompensierte fehlende Bildung durch herrschaftliches, teils Furcht einflößendes Auftreten; Respekt zeigte er kaum. Ohne Rücksicht ging er seinen Weg. 

José Gener y Batet, der Gründer der Marke Hoyo de Monterrey und La Escepción. Zeitgenossen scheinen ihn größtenteils gefürchtet zu haben. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
José Gener y Batet, der Gründer der Marke Hoyo de Monterrey und La Escepción. Zeitgenossen scheinen ihn größtenteils gefürchtet zu haben.

Vom Arbeiter zum Fabrikbesitzer

Mehrere Jahre arbeitete Gener auf Tabakplantagen und im Transport – hart und körperlich anstrengend. 1851 borgte er Geld von Onkel Miguel: Seit dem Fall des Tabakmonopols 1821 erkannte er die Chance in der Zigarrenherstellung. Um 1851 eröffnete er eine kleine Fabrik an der Calzada del Monte No. 1. 1861 kaufte er die Plantage Hoyo de Monterrey, 1865 meldete er offiziell die nach der Plantage benannte Marke an.

Das Logo der Marke Hoyo de Monterrey.
Das Logo der Marke Hoyo de Monterrey.

Die Familie vom Hof gejagt – der Griff nach Fabrik und Land

Die Familie, der er viel verdankte, betrachtete Gener bald als Konkurrenz. Schritt für Schritt drängte er Verwandte aus dem Geschäft, warf sie schließlich buchstäblich auf die Straße. Um 1870 tauchten mutmaßlich gefälschte Papiere auf, nach denen alle Familienmitglieder nur noch Angestellte ohne Eigentumsrechte waren. Mit dem Geld seiner Frau aus wohlhabendem Hause trieb Gener die Expansion voran: 1873 kaufte er das Land zwischen seiner Plantage und der La Majagua, die er seinem Onkel bereits abgenommen hatte – am Ende gehörte ihm das gesamte Land. 

Auf dem Türpfosten der ehemaligen Manufaktur steht der Name der Fabrik La Escepción; hier wurden die Zigarren der Marke Hoyo de Monterrey gefertigt. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Auf dem Türpfosten der ehemaligen Manufaktur steht der Name der Fabrik La Escepción; hier wurden die Zigarren der Marke Hoyo de Monterrey gefertigt.

„La Escepción“: Fabrik, Feuer, Palast

1882 eröffnete Gener die legendäre Fabrik „La Escepción“ an der Calzada del Monte No. 7, benannt nach der gleichnamigen Marke. Ein Jahr zuvor hatte ein großes Feuer die vorherige Fabrik ein paar Häuser weiter zerstört. Die feierliche Einweihung fand 1882 statt; die Jahreszahl ist am linken Türpfosten unter seinem Namen noch heute zu lesen. Architektonisch wirkt der Bau wie ein Palast an der Ecke Calzada del Monte / Calle Agramonte, nur wenige Gehminuten vom Capitolio entfernt: ein Gebäude, das fast einen ganzen Block einnimmt, mit vier Stockwerken und umlaufenden, filigranen Balkongittern vor den großen Fenstern der Obergeschosse.

Nach der Revolution wurde die Fabrik verstaatlicht und später geschlossen. Zwischenzeitlich beherbergte das Haus die Unidad de Propaganda Gráfica Nacional; heute ist es komplett saniert und Sitz des Instituto Politécnico Carlos Rafael Rodríguez.

Das auch heute noch prächtige Gebäude auf der Calle Maximo Gomez (die Straße hieß früher Calzada del Monte), in dem sich die Manufaktur La Escepción mit der Marke Hoyo de Monterrey befand. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Das auch heute noch prächtige Gebäude auf der Calle Maximo Gomez (die Straße hieß früher Calzada del Monte), in dem sich die Manufaktur La Escepción mit der Marke Hoyo de Monterrey befand.

Der Mensch José Gener: gefürchtet statt geliebt

Persönlich war Gener kein angenehmer Zeitgenosse. Seine Grobheit war legendär; in der Fabrik herrschte Angst. Lehrlinge, die ihre Arbeit nicht perfekt erledigten, wurden über Nacht in der Manufaktur eingesperrt. Als einmal nachts ein Feuer ausbrach, verbrannten zwei von ihnen – niemand hörte ihre Schreie.

1900 starb José Gener. Einige behaupten, er sei bereits zuvor nach Spanien zurückgekehrt, weil er die Vorstellung einer Unabhängigkeit der Kreolen nicht ertragen konnte. Belegt ist ein Zeitungsbericht über das Begräbnis des „Habanero“ José Gener y Batet: Arbeiter sollen den Trauerzug von den umliegenden Dachterrassen mit toten Katzen, Ratten und Hunden beworfen haben – ob Legende oder nicht: beliebt war er offenbar nicht. Zum Zeitpunkt seines Todes war die Manufaktur „La Escepción“, in der auch Le Hoyo de Monterrey gefertigt wurde, eine der größten in Havanna mit mehr als 350 Arbeitern. 

Das ist die ehemalige Manufaktur der Marke Hoyo de Monterrey vor der Renovierung; jede Hausfassade in Havanna kämpft mit dem recht aggressiven Klima des Meeres. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Das ist die ehemalige Manufaktur der Marke Hoyo de Monterrey vor der Renovierung; jede Hausfassade in Havanna kämpft mit dem recht aggressiven Klima des Meeres.

Weiter unter Frauenhand – sie bewahrten die Unabhängigkeit

Nach Geners Tod führten erst die Witwe, dann die Tochter das Geschäft fort. Bemerkenswert: Die Manufaktur gehörte zu den wenigen, die auch nach dem Unabhängigkeitskrieg um 1910 eigenständig blieben und nicht – wie viele andere – in amerikanische oder britische Hände übergingen. Später verlagerte die Familie den Schwerpunkt auf das Zuckergeschäft.

1931 wurden Le Hoyo de Monterrey und La Escepción an Fernández Palacio y Cía. verkauft, deren Inhaber Ramón Fernández und Fernando Palacio durch Punch und Belinda bekannt waren; beide Marken wurden fortan ebenfalls in La Escepción gefertigt. 1941 kam Winston Churchill persönlich, um zu sehen, wo eine seiner Lieblingszigarren hergestellt wurde.

Winston Churchill, einer der größten Liebhaber kubanischer Zigarren und britischer Staatsmann, besuchte die berühmte Manufaktur La Escepción höchstpersönlich. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Winston Churchill, einer der größten Liebhaber kubanischer Zigarren und britischer Staatsmann, besuchte die berühmte Manufaktur La Escepción höchstpersönlich.

Kontinuität bis heute

Le Hoyo de Monterrey blieb vor und während der Revolution eine gefragte Marke und wurde ohne Unterbrechung weiter produziert. Wie lange die Manufaktur im alten Gebäude aktiv blieb, ist nicht bekannt. Heute werden die Zigarren der Marke hauptsächlich in der Corona-Manufaktur an der Avenida 20 de Mayo gefertigt. 

Heute werden die Zigarren der Marke Hoyo de Monterrey in der bekannten La Corona-Manufaktur auf der Avenida 20 de Mayo in Havanna gefertigt. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Heute werden die Zigarren der Marke Hoyo de Monterrey in der bekannten La Corona-Manufaktur auf der Avenida 20 de Mayo in Havanna gefertigt.

Fazit – Was die Le Hoyo de Monterrey Geschichte erzählt

Die Le Hoyo de Monterrey Geschichte ist eine Geschichte von Herkunft, harte-Kante-Unternehmertum, familiären Konflikten, architektonischer Pracht und bemerkenswerter Kontinuität: Plantagen-und-Markenname zugleich, über La Escepción und industriellen Wandel, bis zur Produktion in der Corona-Manufaktur. Die Le Hoyo de Monterrey ist bis heute eine klassische und bedeutende Habano. 

Auch heute noch enthält das Logo der Marke Hoyo de Monterrey den Hinweis auf seinen Gründer José Gener. Le Hoyo de Monterrey Geschichte
Auch heute noch enthält das Logo der Marke Hoyo de Monterrey den Hinweis auf seinen Gründer José Gener.

Hier finden Sie die Le Hoyo de Monterrey Manufaktur

Falls die Live-Mappe nicht funktioniert, klicken Sie bitte hier zur Le Hoyo de Monterrey Manufaktur.

Bildnachweis

  • Claudia Puszkar
  • Winston Churchill: Wikipedia
  • Adriano Martínez Rius: “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1
  • Adriano Martínez Rius: “The Great Book of the Habano”, Barcelona 2010

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Quellenangaben

  • Min Ron Nee:
    • “AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS” / Hong Kong 2003, ISBN: 978-3980930826

  • Orlando Quiroga: “El Habano al rojo vivo”, Havanna 2002

  • Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba:
    • „Die Welt der Habanos“ / Havanna 2013, ISBN: 978-959-7212-08-9

  • Adriano Martínez Rius:
    • “Habano the King” / Barcelona 1998, ISBN: 84-930387-1-7

  • Adriano Martinez Rius:
    • “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1

  • Orlando Quiroga:
    • “El Habano al rojo vivo” / Havanna 2002

  • Enzo A. Infante:
    • “Havana Cigars 1817-1960” / Neptune City 1997

  • Eumelio Espino:
    • “El Habano – De la semilla al puro en 539 pasos” / Madrid 2019, ISBN: 978-84-09-07091-6

  • Alexander Groom:
    • “El Habano Moderno” / Helios House Press 2022, ISBN: 978-911683-05-6

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