La Corona Geschichte – Ikonisch: Vom Familienbetrieb zum Markenimperium
La Corona Geschichte: Diese Traditionsmarke gehört zu den älteren Habanos und steht sinnbildlich für das Schicksal vieler Marken auf Kuba – vom Familienunternehmen über Umbrüche und Eigentümerwechsel bis zur industriellen Konzentration im „Eisenpalast“.
Inhaltsverzeichnis zur La Corona Geschichte

Das Logo der Marke La Corona.
Ein typischer Anfang
1845 ließ José Cabargas die Marke registrieren. Über ihn ist wenig überliefert – außer, dass er aus angesehener Familie stammte und solide wirtschaftete. Der Firmensitz lag an der Calle Cuba 29 in Alt-Havanna, und neben La Corona wurden weitere Marken gefertigt. So alt, dass der erste Sitz noch in der Altstadt lag – das ist die historische Besonderheit des Labels.

Die allererste Manufaktur der Marke Corona befand sich auf der Calle Cuba No. 29. Wo genau sich damals die No.29 befand, ist nicht mehr exakt bestimmbar, da die Nummerierung geändert wurde. Es handelte sich um eine sehr kleine Manufaktur, wie bei allen um diese Zeit gegründeten Marken und Fabriken.
Unruhe im Land und der Tod von José Cabargas
1873 starb Cabargas; Witwe und Kinder führten fortan das Geschäft. Ein zweiter Standort an der Calle Concordia 103 entstand, wo auch „Flor de Tabacos de Habanos“ gefertigt wurde – allerdings nur kurz. Der Erste Unabhängigkeitskrieg (1868–1878; danach weitere Kriege bis zur Unabhängigkeit) erschütterte Land und Wirtschaft. Antonio Cabargas hielt durch, reduzierte die Anzahl der Marken – La Corona blieb das Herzstück.

Das Logo der heutigen Zigarren-Manufaktur La Corona.
Die La Corona Geschichte wird fortgeführt
1882 übernahm Manuel López die Marke – ein „Großer“ der havannischen Zigarrenwelt. Er besaß bereits andere Marken und die berühmte Fabrik La Vencedora an der Calzada del Monte (heute nicht mehr existent). In dieser Phase wechselten zahlreiche Marken den Besitzer, manche Hersteller verließen Kuba. Wer Mut und Kapital hatte, konnte Chancen nutzen – und tat es.

Der Palacio-Aldama: ab 1889 die Corona-Manufaktur, lange Jahre in Betrieb und sogar Sitz von Tabacuba s.a.
Aufbau eines Imperiums
1885 kaufte Segundo Álvarez La Corona; sein Partner war Perfecto López – wahrscheinlich mit Manuel López verwandt (gesichert ist das nicht). Das Risiko bestand im massiven Investieren: Marken und Fabriken ließen sich nun vergleichsweise günstig erwerben – eine Gelegenheit, die der erfahrene Zigarrenmann Álvarez ergriff.

Der Palacio Aldama war ursprünglich ein Wohnhaus, genauer gesagt sogar zwei. Don Aldama baute ein Haus für sich und ein Haus, direkt anschließend, für seine Tochter und ihren Ehemann.
Der Palacio Aldama – ein Zigarrenpalast
1889 ersteigerten Álvarez und López den berühmten Palacio Aldama, unweit des heutigen Capitols. In den prächtigen Räumen entstand eine große Manufaktur; unzählige Marken wurden dort gerollt. Namentlich blieb La Corona die wichtigste – der Palast wurde stadtbekannt als „La Corona“-Manufaktur.

Der Palacio Aldama befindet sich links hinter dem Capitol, das allerdings damals, 1889, noch nicht existierte.
Britische Investoren erkennen die Chance
Ausländische Investoren sahen die Möglichkeiten der Stunde. Álvarez und López verkauften Anteile an Henry Clay & Bock Cía., hinter der britisches Kapital stand. Die Investoren stellten Geld, während Álvarez fortan gemeinsam mit Gustav Bock (höchstwahrscheinlich Deutscher) das Tagesgeschäft führte. Der Markeneinkauf ging weiter – die Konsolidierung beschleunigte sich.

1882, im Zuge des Unabhängigkeitskrieges, fand im Haus eine Durchsuchung durch das Militär statt. Der Schwiegersohn von Don Aldama stand unter dem Verdacht, mit den Unabhängigkeitskämpfern zu kollaborieren. Die Familie verließ nach diesem dramatischen Vorfall die Insel.
Von Hand zu Hand – erst die Briten, dann die Amerikaner
Bis 1898 blieb Álvarez mit Bock operativ tätig; schließlich war Álvarez in die Jahre gekommen. Er verkaufte alle Anteile an die britische Havana Cigar and Tobacco Company (zu der auch Henry Clay & Bock gehörte) – einschließlich La Corona. Wenige Monate später veräußerten die Briten sämtliche Marken und Produktionsstätten an die American Tobacco Company. Aus einer der ältesten, ehrwürdigen Marken Kubas wurde damit ein Produkt amerikanischer Prägung.

Henry Clay: der Name einer kubanischen Marke (Henry Clay selbst war jedoch ein amerikanischer Senator, nach dem die Marke benannt wurde) ist sehr eng mit La Corona verbunden.
Der Eisenpalast – riesig und in bester Lage
1904 verlegten die Amerikaner nahezu die gesamte Produktion ihrer erworbenen Marken in den „Eisenpalast“ (Palacio de Hierro). Damit endete an vielen traditionellen Orten eine jahrzehntelang gelebte Zigarrenkultur – nicht zufällig nannte man das Gebäude auch „Mausoleum“, wo viele Marken begraben wurden. Laut Register wurden dort 91 Marken gefertigt (andere sprechen von über 100). Der Eisenpalast war die erste Stahlkonstruktion auf Kuba, lag direkt neben dem Präsidentenpalast und war nur wenig kleiner – ein monumentales Zeichen der damaligen Bedeutung der Zigarrenproduktion.

Palacio de Hierro – der Eisenpalast. Riesig, beeindruckend, massiv – die erste Stahlkonstruktion auf Kuba. Das Gebäude steht heute noch.
Revolution, Ende der Marke – und ein neuer Anfang
Nach der Revolution wurden im Eisenpalast noch viele Jahre Zigarren produziert – wahrscheinlich aber nicht mehr unter der Marke La Corona. 2003 schloss die Fabrik. Die Belegschaft wechselte in eine neue „La Corona“-Manufaktur an der Avenida 20 de Mayo – eine der größten Fabriken Havannas, die jährlich während des Festival del Habano zahlreiche Besucher empfängt. So blieb der Name La Corona im Produktionsalltag präsent, auch wenn sich das Markenportfolio wandelte.

Seit 2005 befindet sich die Corona-Manufaktur in diesem Gebäude auf der Avenida 20 de Mayo, eine ehemalige H.Upmann-Zigarettenfabrik.
Fazit – Was die La Corona Geschichte erzählt
Die La Corona Geschichte spiegelt die langen Linien der Habano-Welt: Gründung, Familientradition, Krisen, Mut zum Investieren, ausländisches Kapital, industrielle Konzentration – und schließlich Transformation in neue Strukturen. Wer diese Story liest, versteht, warum selbst ein Gebäudename zur Chiffre für eine ganze Epoche werden konnte.

Die Galera in der Corona-Manufaktur: Hunderte Torcedores rollen hier begehrte Habanos. Die Corona-Manufaktur ist die Casa Matriz, das Stammhaus, verschiedener Habanos-Marken.
Hier finden Sie die La Corona Manufaktur
Falls die Live-Mappe nicht funktioniert, klicken Sie bitte hier zur La Corona Manufaktur.
Bildnachweis
- Claudia Puszkar
- Logo La Corona, Cover: Cubancigarwebsite.Com
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Quellenangaben
- Min Ron Nee:
- “AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS” / Hong Kong 2003, ISBN: 978-3980930826
- Orlando Quiroga: “El Habano al rojo vivo”, Havanna 2002
- Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba:
- „Die Welt der Habanos“ / Havanna 2013, ISBN: 978-959-7212-08-9
- Adriano Martínez Rius:
- “Habano the King” / Barcelona 1998, ISBN: 84-930387-1-7
- Adriano Martinez Rius:
- “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1
- Orlando Quiroga:
- “El Habano al rojo vivo” / Havanna 2002
- Enzo A. Infante:
- “Havana Cigars 1817-1960” / Neptune City 1997
- Eumelio Espino:
- “El Habano – De la semilla al puro en 539 pasos” / Madrid 2019, ISBN: 978-84-09-07091-6
- Alexander Groom:
- “El Habano Moderno” / Helios House Press 2022, ISBN: 978-911683-05-6
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