Kuba History Teil 6: Revolution und Verstaatlichung – die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Revolution! Dies ist Teil 6 der Serie History Kuba, die Revolution, Verstaatlichung, das US-Embargo und die Entstehung von Cubatabaco und Habanos S.A. darstellt.

Seit 1902 war die Republik Kuba auf dem Papier unabhängig. Doch Unabhängigkeit hatten die Kubaner von den Spaniern erlangt, sie dagegen nur gegen eine andere Abhängigkeit eingetauscht – die zur USA . Viele Menschen waren damit unzufrieden.

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Widerstand gegen Fulgencio Batista

Widerstand bildete sich vor allem gegen den Staatspräsidenten Fulgencio Batista, der sich durch das Militär an die Macht geputscht hatte. Fidel Castro gehörte schon 1952 zu einer Gruppe Aufständischer, die sich gegen ihn zur Wehr setzten. Der legendäre Angriff auf die Moncada-Kaserne scheiterte zwar, doch die später als «Heroes del Moncada», «Helden von Moncada», genannten Rebellen, darunter Fidel Castro, wurden zu Helden.

Revolution in Kuba

Nachdem sich der Widerstand im Ausland, dann schon unter Beteiligung von Che Guevara formiert hatte, landeten die Rebellen 1956 in der Provinz Granma; ein zweijähriger Guerilla-Krieg in der Sierra Maestra begann. Unterstützung erhielten die Rebellen nicht nur von den Bewohnern der Gegend. Auch in den Städten bildeten sich Zellen. Die Batista-Armee war nicht in der Lage, die Rebellen zu besiegen. Publikumswirksam, eine Meisterleistung, wurde in der Weltpresse über Castro und seine Anhänger berichtet.

Revolution!

Der Sieg der Revolution

Den Rebellen gelangen mehrere militärische Erfolge, was die Flucht Batistas zur Folge hatte. Damit konnte der Sieg der Revolution verkündet werden.

Es kam zu einer kompletten Umgestaltung der Gesellschaft und der Wirtschaft. Sämtliche Betriebe, also auch die Zigarrenfabriken, wurden ab 1960 verstaatlicht. Die Eigentümer verließen die Insel. Der Staat, in Form der „Empresa Cubana del Tabaco“, oder auch Cubatabaco genannt, übernahm die Führung der Fabriken. Die Tabakplantagen blieben jedoch, als einzige, in Privatbesitz, bis heute.

Die Cohiba und der Kampf in der Sierra Maestra“

Fidel Castro war schon in der Sierra Maestra immer mit Zigarren ausgestattet unterwegs gewesen. Er zeigte sich stets als großer Zigarrenliebhaber. Nach dem Sieg der Revolution gab es für ihn viel zu tun, den Zigarren blieb er trotzdem treu.

Und genau wie seine Guerilla-Armee in der Sierra Maestra ein Mythos war, wurde es auch die Zigarre, die heute weltberühmt ist und zu den begehrtesten Habanos der Welt zählt – die Cohiba.

Fidel Castro bekam von seinem Bodyguard eines Tages eine Zigarre angeboten. Die schmeckte Fidel Castro so gut, dass er  ihn bat, mehr davon herzustellen. Daraus entstand die Idee, eine ganz neue Marke zu kreieren. Heute ist die Cohiba die wohl berühmteste Zigarre der Welt.

Produktion geht weiter

Die Produktion in den Zigarrenfabriken wurde ununterbrochen fortgesetzt. Die Eigentümer waren zwar nicht mehr da, jedoch viele der Torcedores und der Arbeiter in den Fabriken mit all ihren Erfahrungen.

Das US-Embargo 1963 kappte den wichtigsten Absatzmarkt. Wie es heißt, ließ Präsident Kennedy sich noch vor Bekanntgabe des Embargos nochmals mit einer Lieferung seiner Lieblingszigarren, die H.Upmann Petit Corona soll dies gewesen sein, versorgen.

Die Produktion wurde unter Cubatabaco zentralisiert; seit 1994 verantwortet Habanos S.A. Marketing und Vertrieb; seit 2001 steuert Tabacuba S.A. den gesamten Produktionsablauf.

Weitere Zusammenlegung

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurden viele der alten Fabriken geschlossen. Oftmals waren es Renovierungsarbeiten, die eine Verlegung notwendig machten. Heute ist die Produktion der Zigarren auf einige große Fabriken in Havanna konzentriert. Dazu gehören die Manufakturen La Corona, Partagás, H.Upmann und Romeo y Julieta. Einige Fabriken befinden sich auch in der Provinz. Jede Marke hat ihre Casa Matriz, ihr Stammhaus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Formate einer Marke in genau dieser Fabrik hergestellt werden. Bei besonderen Formaten beispielsweise wird diejenige Fabrik ausgewählt, die die besten Torcedores für dieses Format hat.

Das Spezifische jeder Marke

Auch heute noch hat jede Marke ihr eigenes Spezifikum. Dies richtet sich nach der Stärke, aber beispielsweise auch nach dem Aroma. Sicherlich hat sich der Geschmack der einen oder anderen Habano im Lauf der Zeit verändert. Erfahrene Mischungsmeister versuchen jedoch, den Geschmack einer Marke besonders zu halten.

Fazit

Nach dem Sieg der Revolution hat sich in Kuba vieles verändert. Was jedoch ununterbrochen bestehen blieb, ist die Besonderheit der kubanischen Zigarre, der Habano. Es ist die Herkunft des Tabaks und ihr daraus bedingtes besonderes Aroma, die kubanische Zigarren von anderen unterscheidet. Die Bewahrung des Handwerks als Kern der kubanischen Ikone steht dabei immer im Vordergrund – und natürlich der Genuss, den eine Habano bieten kann.

Weiter in der Serie „History Kuba“

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Quellenangaben Allgemein

  • Min Ron Nee:
    • “AN ILLUSTRATED ENCYCLOPAEDIA OF POST-REVOLUTION HAVANA CIGARS” / Hong Kong 2003, ISBN: 978-3980930826

  • Instituto de Investigaciones del Tabaco Kuba:
    • „Die Welt der Habanos“ / Havanna 2013, ISBN: 978-959-7212-08-9

  • Adriano Martínez Rius:
    • “Habano the King” / Barcelona 1998, ISBN: 84-930387-1-7

  • Adriano Martinez Rius:
    • “The Great Habano Factories” / Barcelona 2005, ISBN: 84-609-4024-1

  • Orlando Quiroga:
    • “El Habano al rojo vivo” / Havanna 2002

  • Enzo A. Infante:
    • “Havana Cigars 1817-1960” / Neptune City 1997

  • Eumelio Espino:
    • “El Habano – De la semilla al puro en 539 pasos” / Madrid 2019, ISBN: 978-84-09-07091-6

  • Alexander Groom:
    • “El Habano Moderno” / Helios House Press 2022, ISBN: 978-911683-05-6

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