Die Fotos Romeo y Julieta zeigen längst vergangene und teilweise abgerissene Manufakruren, wie sie nur wenige je gesehen haben.
Geschichte
Die Galerie von Romeo y Julieta entführt den Betrachter in eine Welt, in der Leidenschaft, Romantik und Handwerkskunst zu einem unverwechselbaren Ausdruck verschmelzen. Sie zeigt den Geist einer Marke, die seit dem 19. Jahrhundert für Eleganz und feinste Balance steht.
Zwischen kolonialen Fassaden, alten Torcedora-Tischen und historischen Kistenetiketten spürt man den Hauch jener Epoche, in der Literaten, Aristokraten und Genusssucher die Zigarren dieser Marke als Symbol kultivierter Lebenskunst entdeckten.
Für Liebhaber ist diese Galerie ein stiller Spaziergang durch Zeit und Gefühl – eine visuelle Hommage an eine der poetischsten Marken der Habanos-Welt.
Winston Churchill, ein wahrer Zigarrenfreund, nach dem zu Recht eine Zigarre oder ein Format benannt ist.
Das historische Logo der Marke Romeo y Julieta. Der Gründer der Marke, Inocencio Alvarez, soll den jungen Mann, genauer gesagt sein Hinterteil, wohl optisch ein wenig anstößig gefunden haben.
William Shakespeare hat mit seinem Drama auch die Zigarrengeschichte beeinflusst.
Die erste Adresse der Marke Romeo y Julieta: auf der Calle San Rafael No.87, in einem kleinen Haus im Stadtteil Centro Habana, wurden die ersten Zigarren gefertigt.
Bald schon reichten die Kapazitäten nicht mehr. Ein weiterer Standort auf der Calle Animas No.129 kam hinzu. Hier wurden jedoch nicht nur die Zigarren der Marke Romeo y Julieta gefertigt, auch die von Ramon Allones.
Ab 1903 unter dem neuen Besitzer Don Pepin wurde eine große Manufaktur bezogen. Adresse: Calle Belascoain No.2A. Eine große Fabrik, bestens organisiert mit mehreren hundert Torcedores.
Am Giebel des Hauses (heute steht es leider nicht mehr) war deutlich die Zahl 1905 zu lesen. Damals zog die Marke Romeo y Julieta in dieses Haus. Ob es auch das Baujahr des Hauses ist, ist nicht bekannt.
Der Patio des Hauses, leider erinnerte nichts mehr an die Nutzung des Hauses als Fabrik. In der obersten Etage lebten Don Pepins Hunde, ein Männchen und ein Weibchen, Romeo und Julieta.
Vom Haus nebendran waren nur noch die Grundmauern erhalten. Dort befand sich bis ca. 1920 die Por Larranaga-Manufaktur. Diese muss prächtig gewesen sein.
Viele Jahre wurde das Haus als Wohnhaus genutzt, obwohl es schon in einem sehr schlechten Zustand war. 2011 wurde es vollständig abgerissen.
Eine Serie der Romeo y Julieta Zigarren benannte Don Pepin nach sich selbst: die Pepines.
Ich nenne sie gerne die „Blaue Fabrik“: die Manufaktur auf der Calle Belascoin No.862. Erst El Rey del Mundo-, dann Romeo y Julieta-, heute H.Upmann-Fabrik. Ein Gebäude, viele Besitzer, viele Marken.
Von ca. 1960-70 bis ca. 2000 befand sich in diesem Haus die Romeo y Julieta-Fabrik. Danach war es eine Schule für Torcedores.
Das berühmte Romeo y Julieta Logo auf dem Fabrikschild: Fabrica de Tabacos, mit offiziellem Namen „Antonio Briones Montoto“ (Jede Fabrik in Kuba hat einen offiziellen Namen, der kein Markenname ist, sondern meist einen tapferen Kämpfer für die Freiheit ehrt.)
Ein Blick in die Galera der Romeo y Julieta Fabrik in der oberen Etage.
Hier der Eingang der Manufaktur, dahinter das prächtige Foyer. Hier im Bild der damalige Direktor der Fabrik Carlos Lazaro Valdes Carballea (rechts) und eine sehr bekannte Torcedora Miltania Pérez Borges (Mitte).
Das Glasfenster über dem Eingang zum Geschäft. Diese Casa del Tabaco befindet sich rechts neben dem Fabrikeingang.
Ein typisches Gebäude in Havanna: hohe, schmale Fenster im Erdgeschoss, oft vergittert. Hier die Seitenansicht der Fabrik.
Die aktuelle Romeo y Julieta Fabrik befindet sich in Havannas Stadtteil Marianao auf der Calle 57, No.13402. Das weltberühmte „Tropicana“ ist ganz in der Nähe.
Offiziell lautet der Name der Romeo y Julieta Fabrik: Empresa de Tabaco Torcido „Carlos Baliño“.
Von etwa 1950 bis 2013 war dies die Jose L. Piedra Fabrik. Sie hatte den offiziellen Namen „Heroes del Moncada“.
Auch in der Galera der Romeo y Julieta Fabrik wird fleißig gearbeitet.
Die Romeo y Julieta Fabrik ist ein solide gebautes Gebäude, wie man an den massiven Holzdecken unschwer erkennen kann. Es ist schwer zu sagen, wann genau es errichtet wurde.